INSTALLATION

Du hast im vorangegangenen Artikel “EIGENE WEBSEITE: SYSTEM” viel Gutes über das Content-Management-System WordPress gelesen und bist jetzt sicherlich schon ganz heiß darauf zu erfahren, wie es endlich mit deiner eigenen WordPress-Seite losgehen kann. Da will ich dich mal nicht länger auf die Folter spannen.

Anleitung um WordPress bei 1und1 installieren

Im folgenden Artikel kannst du Schritt für Schritt lesen, wie du deine eigene Webseite auf Basis von WordPress bei 1und1 hosten kannst. Warum 1und1? Weil ich den Großteil meiner Seiten auf Basis von WordPress bei 1und1 liegen habe und daher mit der Installation von WordPress bei 1und1ganz gut vertraut bin. Solltest du einen anderen Anbieter wählen, ist dies auch kein Problem. Bei anderen Anbietern findest du in der Regel ähnliche Gegebenheiten und Bedingungen vor, musst jedoch den ein oder anderen Schritt meiner Anleitung entsprechend umbiegen, damit es für deinen Hoster passt.

Die nachfolgende Dokumentation ist jetzt und heute der Stand der Dinge, kann sich aber auch schon morgen verändern. Also immer aufmerksam sein und den eigenen Kopf einsetzen, wenn du an der ein oder anderen Stelle Abweichungen bemerkst. Erfahrungsgemäß werden die Dinge einfacher und nicht komplizierter.

Nun aber los …

1. Schritt: Webhoster auswählen und einen Webspace anmieten

Um eine selbst-gehostete WordPress Webseite zu installieren, benötigst du als erstes einen eigenen Webspace, auf dem du deine Internetpräsenz installieren kannst. Ich habe die meisten meiner Internetseiten auf Basis von WordPress bei 1und1 (1&1 Hosting-Pakete*) liegen und bin damit im großen und ganzen recht zufrieden. Ich verwende aktuell das “1&1 Dual Advanced” Paket für rund 20 Euro im Monat. Es gibt aber auch preiswertere Pakete bei 1&1 (oder anderen Anbietern), wenn du „nur“ einen Blog auf deinem Webspace betreiben möchtest.

WordPress empfiehlt aktuell als Voraussetzung für ein geeignetes Webspace-Paket, dass der Server PHP Version 5.2.4 (oder höher), MySQL Version 5.0.15 (oder höher) und Apache mod_rewrite Modul unterstützt. Die aktuellsten Informationen zu den Anforderungen von WordPress findest du hier.

2. Schritt: Eine passende Domain für dein WordPress bei 1und1 registrieren

Wenn du nun deinen Hoster (in meinem Fall 1&1) gefunden und dich angemeldet hast, hast du in der Regel auch Inklusivdomains in deinem Paket. In meinem 1und1 Dual Advanced Paket sind das aktuell 8 Inklusivdomains – wenn du nicht vor hast mehrere Webseiten zu erstellen, reicht sicherlich auch ein kleineres Paket aus.

Du solltest dir jetzt überlegen, wie dein Blog heißen soll und dir dazu eine passende URL (Domain) bei deinem Hoster sichern bzw. registrieren. Bei 1und1 kannst du vorab prüfen, ob deine gewünschte Domain noch frei ist.

Hier der Link zum 1und1 Domain Check: 1&1 Domains* prüfen

Tipps zu der Wahl eines geeigneten Domainnamen für dein Projekt findest du hier.

3. Schritt: MySQL-Datenbank auf einem 1und1 Webspace anlegen

Logge dich in dein 1und1 Backend ein und klick im Bereich „Domains und Webspace“ unter dem Punkt „Webspace“ auf „MySQL“. Auf der nun folgenden Seite klickst du auf den Button „Neue Datenbank“ und erstellst somit eine neue Datenbank. Unter „Beschreibung der anzulegenden Datenbank“ legst du eine Bezeichnung fest, damit du, wenn du in deinem Webspace weitere Datenbanken anlegst, weißt, was unter welcher Datenbank liegt. Noch ein Passwort festlegen (und auch irgendwo notieren) und fertig.

Auf der nun folgenden Seite werden wichtige Informationen (Datenbankname, Hostname, Port, Benutzername, Beschreibung und Version der Datenbank) mitgeteilt, die du dir unbedingt notieren solltest, da wir diese später noch benötigen.

Das Einrichten kann nun ein paar Minuten dauern.

4. Schritt: FTP-Zugang für 1und1 Webspace einrichten

Gehe nun wieder zurück zur Übersicht bzw. zur Startseite deines 1und1 Backend und wähle unter dem Punkt „Zugänge“ den Menüpunkt „FTP“ aus. Jetzt kannst du einen neuen Benutzer bzw. einen neuen FTP-Zugang anlegen. Gib also einen Benutzernamen, ein Passwort und eine Beschreibung bzw. Bezeichnung an. Bei dem Verzeichnis wählst du „ein neues Verzeichnis anlegen“ und gibst einen Verzeichnisnamen ein – z.B. „wordpress“, „meinprojekt“ oder ähnlich. Wieder alles für später notieren und FTP-Zugang anlegen.

5. Schritt: WordPress Software runterladen und vorbereiten

Dafür gehst du am besten auf die offizielle Internetseite von WordPress Deutschland, klickst in der oberen Navigation auf „Download” und wählst die DE-Edition aus. Klicke auf den Download-Button und der Download der .zip Datei startet in den Download-Ordner deines Computers. Dieses Archiv muss jetzt noch mit entsprechender Software entpackt werden. Ist das erledigt, findest du in dem resultierenden Ordner einen „Wordpress“-Ordner mit allen nötigen Dateien für die weitere Installation.

Als nächstes muss die „wp-config-sample.php“-Datei angepasst werden. Dafür gehst du in den WordPress-Ordner, suchst die Datei „wp-config-sample.php“ und öffnest diese mit dem Editor (rechte Maustaste – Öffnen mit – Editor).

Hier müssen nun vier Zeilen mit den Zugangsdaten für die MySQL-Datenbank angepasst werden. Trage bei den rot gekennzeichneten Zeilen die Angaben für deinen Datenbank-Zugang ein:

/**  MySQL Einstellungen – diese Angaben bekommst du von deinem Webhoster. */
/**  Ersetze database_name_here mit dem Namen der Datenbank, die du verwenden möchtest. */
define(‚DB_NAME‘, ‚database_name_here‚);
/** Ersetze username_here mit deinem MySQL-Datenbank-Benutzernamen */
define(‚DB_USER‘, ‚username_here‚);
/** Ersetze password_here mit deinem MySQL-Passwort */
define(‚DB_PASSWORD‘, ‚password_here‚);
/** Ersetze localhost mit der MySQL-Serveradresse */
define(‚DB_HOST‘, ‚localhost‚);

Nach erfolgreicher Anpassung speicherst du das ganze jetzt unter wp-config.php ab. Die wp-config-sample.php-Datei kannst du löschen, da diese nicht mehr benötigt wird.

6. Schritt: FTP Programm herunterladen, installieren und einrichten

Um alle Dateien auf den Webspace schieben zu können, benötigen wir, wenn nicht bereits vorhanden, einen möglichst kostenlosen FTP-Klienten. Ich verwende FileZilla. Also einfach von der Anbieterseite downloaden und installieren. Macht sich eigentlich von selbst.

Ist der FTP-Klient erfolgreich auf dem Rechner installiert, können wir ihn jetzt für unseren FTP-Zugang einrichten. Dazu starten wir FileZilla und öffnen unter dem Menüpunkt „Datei“ den Servermanager. Durch klicken auf „Neuer Server“ können wir nun im rechten Teil des Servermanager-Fensters die FTP-Zugangsdaten eintragen. Trage also den Server ein, wähle bei Protokoll „SFTP“ und bei Verbindungsart „normal“. Ergänze den Benutzernamen und das Passwort und fertig. Durch einen Klick auf „verbinden“ wird die Verbindung mit dem leeren Verzeichnis hergestellt, in welches nun alle nötigen Dateien für die WordPress-Installation geschoben werden.

7. Schritt: WordPress bei 1und1 auf deinen Server kopieren

Im linken Teil von FileZilla siehst du den lokalen Bereich, also deinen Rechner. Auf der rechten Seite ist dein 1und1 Server abgebildet. Suche nun auf der linken Seite den WordPress-Ordner und markiere ihn. Diesen ziehst du jetzt einfach nach rechts in das leere Verzeichnis. Es kann jetzt einige Minuten dauern, bis alle Dateien von deinem Computer auf den Server kopiert wurden.

8. Schritt: Domain auf das richtige Verzeichnis lenken

Gehe nun in deinem 1und1 Backend auf den Menüpunkt „Domains“ und wähle die Domain aus, auf welcher deine WordPress-Webseite veröffentlicht werden soll. Wähle jetzt bei Verwendungsart „Webspace“ aus, wähle als Zielverzeichnis „bestehendes Verzeichnis“ und suche unter „bestehendes Verzeichnis“ das Verzeichnis aus, in welchem der WordPress-Ordner mit alle Dateien liegt. Klicke diesen an und anschließend auf „speichern“. Deine Domain zeigt jetzt auf den Ordner mit allen WordPress-Dateien.

So, das Schlimmste ist überstanden und der Rest ist ein Kinderspiel.

9. Schritt: WordPress aktivieren

Nachdem alle Vorarbeiten abgeschlossen sind, können wir nun WordPress aktivieren.

Öffne also deinen Internet-Browser und rufe die Domain auf, die du für deine Webseite vorbereitet hast. Wenn du bisher alles richtig gemacht hast, solltest du jetzt die Startseite der Installationsroutine von WordPress sehen. (Falls nicht, wiederhole am besten die Schritte 1 bis 9 gewissenhaft.)

Fülle nun die angezeigten Felder aus:

Blogtitel: Gib hier den Namen deiner Webseite ein. Du kannst diesen Namen auch nachträglich wieder ändern.
Benutzername: Gib hier deinen Benutzernamen ein.
Passwort: Gib hier dein Passwort ein und notiere dir Benutzername und Passwort, um dich später in das Backend deiner Webseite einloggen zu können.
E-Mail Adresse: Gib hier deine E-Mail Adresse ein, auf welche du später alle Nachrichten erhältst, die deine Webseite betreffen. Wenn es schick sein soll, kannst du dir gleich bei deinem Hoster eine entsprechende E-Mail-Adresse mit deinem Domainnamen einrichten – beispielsweise “mail@deindomainname.de”

Was das Häkchen für die Auffindbarkeit deiner Webseite bei Suchmaschinen angeht, handhabe ich es so, dass ich meine Webseiten erst für Suchmaschinen freigebe, wenn sie weitestgehend eingerichtet und vorzeigbar sind, bevor sie offiziell online gehen – also erst mal Häkchen raus, aber später nicht vergessen, es wieder zu setzten.

Klick auf „Wordpress installieren“ – fertig

10. Schritt: Das erste Einloggen

Öffne nun in deinem Browser deine Domain mit dem Zusatz /wp-login (beispielsweise: www.deindomainname.de/wp-login) und logge dich mit deinem festgelegten Benutzernamen und deinem Passwort ein.

Das Backend öffnet sich und du kannst beginnen deine Webseite individuell anzupassen.

Nach der Aktivierung deiner WordPress-Webseite solltest du einige Maßnahmen ergreifen, um deine Webseite sicherer zu machen und auch den administrativen Bereich vor ungewollten Zugriffen schützen. Einige elementare Tipps findest du auf folgender Seite meines Blogs: SICHERHEIT